Augenärztliches Diagnostik- und Therapiezentrum
Dr. medic Omar Abo Basha
Dr. med. Danuta Kartharina Grützner

GRÜNER STAR (Glaukom)

ZIEL DER BEHANDLUNG

„Bei einem Grünen Star kommt es in den meisten Fällen darauf an, den erhöhten Augeninnendruck zu senken.“

Das Glaukom (Grüner Star) gehört zu den häufigsten Erblindungsursachen in den Industrieländern. Allein über eine Millionen Deutsche leiden an einem Grünen Star. Meist tritt es im höheren Lebensalter auf. Glaukom ist ein Sammelbegriff, hinter dem sich verschiedene Erkrankungen des Auges verbergen können. Die meisten Glaukomformen gehen mit einer Erhöhung des Augeninnendrucks einher. Dadurch wird der Sehnerv geschädigt, weil die Blutversorgung beeinträchtigt ist und der Sehnerv nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann.

Wie kommt es zu einer Druckerhöhung im Auge?

Um die Augenlinse und die Hornhaut mit Nährstoffen zu versorgen, wird in der sogenannten hinteren Kammer des Auges, einem Spalt hinter der Linse, das Kammerwasser produziert. Es umströmt die Linse und gelangt durch die Pupille in die vordere Augenkammer, wo es durch ein Maschenwerk aus feinsten Kanälchen wieder abfliesst. Normalerweise herrscht zwischen Bildung und Abfluss des Kammerwassers ein Gleichgewicht, das den Augeninnendruck weitgehend konstant hält, etwa bei 15-21 mm Hg (Quecksilbersäule). Ist aus irgendeinem Grund der Abfluss behindert, steigt der Druck im Auge an, mit fatalen Folgen für den Sehnerv.

Welche Glaukomformen gibt es?

  • Das chronische Glaukom ist die häufigste Glaukomform. Mit fortschreitendem Lebensalter (etwa ab dem 40. Lebensjahr) kann es zu einer Behinderung des Kammerwasserabflusses kommen, wodurch der Augeninnendruck – für die Betroffenen unbemerkt – ansteigt. Zu Beschwerden kommt es lange Zeit nicht. Auch die Schädigung des Sehnervs, die zu einer Einengung des Gesichtsfeldes (Raum, der mit unbewegtem Auge eingesehen werden kann) führt, fällt zunächst nicht auf. Durch den schleichenden Verlauf gewöhnt man sich daran, dass man in den Randzonen weniger sieht. Erst in fortgeschrittenen Stadien wird der Gesichtsfeldausfall bemerkt. Einbußen der Sehkraft durch Schäden am Sehnerv sind irreversibel. Deshalb ist es so wichtig, durch Vorsorgeuntersuchungen den erhöhten Augeninnendruck rechtzeitig zu erkennen.
  • Das akute Glaukom (Glaukomanfall) ist eine seltene, aber bedrohliche Glaukomform. Hierbei ist der Abfluss des Kammerwassers regelrecht verstopft. Innerhalb von Minuten kann der normale Druck um ein Mehrfaches ansteigen. Es treten starke Beschwerden auf wie Kopf- und Augenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Fieber und Schüttelfrost auf. Das Auge ist gerötet und hart, die Pupille ist extrem weit, der Blick trübt sich. Binnen weniger Stunden kann es zu einer hochgradigen Sehbehinderung oder zur Erblindung kommen. Die Betroffenen müssen unverzüglich in ärztliche Behandlung.

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grau-fragezeichenDIAGNOSTIK UND THERAPIE

Augeninnendruckmessung
Eye.

Diagnostik des Grünen Stars

Der Arzt kann mit einfachen Methoden den Augeninnendruck messen und den Sehnervenkopf einsehen. Wenn sich dabei Auffälligkeiten ergeben, wird er außerdem das Gesichtsfeld überprüfen und sich den Augenhintergrund anschauen, um den Zustand des Sehnervs zu beurteilen. Bei erhöhtem Augeninnendruck entscheidet der Arzt, welche Therapie sinnvoll ist.

Ein Glaukom ist aber sehr tückisch. Es kann Menschen die Sehkraft rauben, auch wenn Sie keine sichtbaren Symptome oder Schmerzen haben. Tatsächlich wissen 50% aller Glaukom-Patienten nichts von ihrer Krankheit, weil diese so schwierig zu diagnostizieren ist. Bei der üblichen Augendruckmessung mit einem Luftimpuls beispielsweise bleibt die Krankheit in einem Drittel aller Fälle unerkannt. Kein Wunder also, dass Glaukom oft als „schleichender Dieb der Sehkraft“ bezeichnet wird. Dagegen gibt es aber Abhilfe.

Pachymetrie – Hornhautdickenmessung

Mit Hilfe der Pachymetrie wird die Hornhautdicke des Auges bestimmt. Dies ist im Rahmen einer genauen Vorsorgeuntersuchung des Glaukoms (Grüner Star) sehr entscheidend. Bislang wurde der Einfluss der Hornhautdicke auf die Berechnung des Augeninnendruckes unterschätzt und vernachlässigt. Da die Hornhaut aber von Mensch zu Mensch verschieden ist und zum Teil erhebliche Unterschiede aufweist, ist eine individuelle Messung der Hornhautdicke zur exakten Bestimmung des Augeninnendruckes unablässig. Neuste Forschungen an mehreren hunderten Patienten zeigen den deutlichen Zusammenhang zwischen Hornhautdicke und einer Erkrankung bzw. Verschlimmerung an Grünem Star.

Die neuen Verfahren zur Augeninnendruckmessung erleichtern eine exakte medizinische Diagnose und damit die Entscheidungen zum weiteren Verlauf einer erfolgreichen therapeutischen Behandlung des Grünen Stars. Die Pachymetrie liefert dem Arzt zusätzliche wichtige Informationen zur Glaukom-Diagnostik. Die Messergebnisse der Hornhautdicke haben direkten Einfluss auf die Beurteilung des Augeninnendruckes, und können gerade in Zweifelsfällen, wenn ein krankhaft erhöhter Augeninnendruck bisher nicht eindeutig festgestellt werden kann, von entscheidender Bedeutung sein. Der behandelnde Augenarzt kann so besser einschätzen, ob eine sofortige Behandlung notwendig ist, oder ob es ratsam ist, sich auf regelmäßige Kontrolluntersuchungen zu beschränken. So wird auch vermieden, dass Patienten unnötig behandelt werden.

Sinnvoll ist die Pachymetrie bei Verdacht auf Glaukom oder bei einer Erhöhung des Augeninnendruckes. Auch nach refraktiven Eingriffen am Auge eines Patienten ist die Messung der Hornhautdicke sinnvoll, da für die Stabilität der Hornhaut nach einer Behandlung ein spezifischer Wert an Resthornhautdicke nötig ist.

Lichtoptische Pachymetrie

Die lichtoptische Pachymetrie ist ein neues modernes Verfahren, bei der die Hornhautdicke mit einem schmerzfreien Diagnoselaser gemessen wird. Auch hier beruht die Messung auf dem unterschiedlichen Streuungs bzw. Reflektionsverhalten der Lichtwellen durch unterschiedliche Schichten des menschlichen Auges. Die Vorteile sind:

  • Non-Kontakt-Verfahren, d.h. Ihr Auge wird nicht berührt und muss auch nicht lokal betäubt werden.
  • Absolut schmerzfrei.
  • Die Messung ist bis auf ein Tausendstel Millimeter genau.

Glaukomuntersuchung GDx von Zeiss

In unserer Praxis setzen wir eine neue bahnbrechende Technologie ein, die es dem Augenarzt ermöglicht, ein Glaukom zu erkennen, bevor es zu spät ist: Das Untersuchungssystem GDx von Zeiss, dem weltweit führenden Anbieter von Diagnoseinstrumenten für die Augenheilkunde. Anders als bei der Messung des Augeninnendrucks kann der Arzt mit dem Gerät die Struktur und Dicke der Nervenfasern im Augenhintergrund tatsächlich sehen, und das GDx vergleicht die Ergebnisse mit normalen Werten. Sind die Nervenfasern bei Ihnen dünner als normal, kann dies auf ein Glaukom hindeuten, und zwar lange bevor Ihr Sehvermögen beeinträchtigt wird. So bleibt Ihrem Arzt mehr Zeit für die Behandlung der Krankheit.

Die Prüfung lässt sich ganz leicht und komfortabel im Rahmen einer kompletten Augenuntersuchung durchführen. Eine Pupillenerweiterung ist nicht erforderlich. Sie schauen ganz einfach in das Zeiss GDx, während das Gerät zuverlässig Ihren Augenhintergrund abtastet. Die gesamte Untersuchung dauert normalerweise nur einige Minuten. In dieser Zeit erzeugt das System leicht interpretierbare Bilder, die der Arzt rasch auswerten kann.

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Ablauf der Behandlung bei chronischem Glaukom

Es gibt eine Reihe von Augentropfen, die den Augeninnendruck senken. Die gebräuchlichsten Wirkstoffe sind heutzutage Betablocker und das Prostaglandin-Analogon Latanoprost. Letzteres hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zu anderen Präparaten nur einmal täglich eingetropft werden muss und dabei dennoch am wirksamsten den Augeninnendruck senkt.

Außerdem ist eine Operation oder Laserbehandlung möglich.

Was Sie selbst tun können, um die Beschwerden zu lindern

  • Regelmäßige Glaukom-Vorsorgeuntersuchung ab 40 Jahre.
  • Regelmäßiges Eintropfen der vom Arzt verordneten Augentropfen. Meist ist eine lebenslange Therapie notwendig.
  • Wenn Sie an einem Glaukom erkrankt sind, sollten Sie Rauchen vermeiden.

WICHTIGE HINWEISE UND VORBEUGUNG

Wann Sie zum Arzt gehen sollten:

  • Ab 40 einmal pro Jahr zur Glaukom-Vorsorgeuntersuchung.
  • Wenn Sie Sehbeschwerden haben.
  • Wenn Sie Beschwerden haben, die auf einen akuten Glaukomanfall hinweisen, sollten Sie sofort ins Krankenhaus gehen.
  • Wenn Sie einen erhöhten Augeninnendruck, eine genetische Veranlagung oder vaskuläre Störungen haben.
  • 20-29 Jahre alt sind und noch nie auf einen Glaukom untersucht wurden.
  • 30-39 Jahre alt sind und Ihre letzte Glaukomuntersuchung über 4 Jahre zurückliegt.
  • 40-64 Jahre alt sind und Ihre letzte Glaukomuntersuchung über 2 Jahre zurückliegt.
  • 65 Jahre oder älter sind und Ihre letzte Glaukomuntersuchung über 1 Jahr zurückliegt.

Denken Sie daran: ein Glaukom ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Warten Sie also nicht. Sprechen Sie mit uns über eine Untersuchung mit dem GDx von Zeiss.

Vorbeugung des Grünen Stars

Das chronische Glaukom beginnt schleichend und macht am Anfang kaum Beschwerden. Gehen Sie ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung (Messung des Augeninnendrucks und Einsicht des Sehnerven); wenn das Glaukom in Ihrer Familie häufig vorkommt, schon früher.

Die Vorsorgeuntersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, die Kosten liegen etwa bei 20 €.