Augenärztliches Diagnostik- und Therapiezentrum
Dr. medic Omar Abo Basha
Dr. med. Danuta Kartharina Grützner

TROCKENES AUGE

ZIEL DER BEHANDLUNG

„Tränenersatzmittel oder ein Verschluss der Tränenpünktchen helfen gegen ein chronisch trockenes Auge.“

Das Krankheitsbild „Trockenes Auge“ ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Ca. 20% der Patienten, die zum Augenarzt gehen, leiden unter einem „trockenen Auge“.

Als Krankheitsbild des „Trockenen Auges“ werden alle Symptome zusammengefasst, die verursacht werden durch eine verminderte Befeuchtung der Augenoberfläche. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die eine ständige Behandlung erfordert.

Beschwerden und Symptome

Die Beschwerden können je nach Schweregrad von einem leichten Brennen bis zu einer chronischen Hornhautentzündung mit Eintrübung der obersten Schicht führen.

Die wichtigsten Symptome mit zunehmenden Schweregrad sind:

  • Fremdkörper und Trockenheitsgefühl
  • Rötung der Bindehaut
  • Brennen, Schmerzen
  • Am Morgen verklebte Augen
  • Austrocknung der Hornhautoberfläche mit Veränderung der obersten Zellschicht, oberflächige Vernarbung und Eintrübung
  • Einwachsen von feinsten Gefäßen in die Hornhaut

Nur in einigen Fällen ist es möglich die Ursache zu finden und zu beseitigen. Meist wird die Ursache nicht gefunden. In diesen Fällen bleibt nur die Möglichkeit die Symptome des trockenen Auges mit Tränenersatzmittel oder mit einem mechanischen oder operativen Verschluss der Tränenpünktchen zu behandeln.

Ursachen für verminderte Tränenflüssigkeit

Beim „Trockenen Auge“ ist die Menge der Tränenflüssigkeit vermindert und es kommt zu Benetzungsstörungen der Augenoberfläche. Dabei kann entweder die gesamte Menge vermindert sein oder eine der 3 Komponenten (schleimhaltig, wässrig, fetthaltig) wird in nicht ausreichender Menge hergestellt. Häufige Ursachen sind:

  • Das Alter mit nachlassender Tränenproduktion
  • Klimatische Einflüsse (trockene Umgebungsluft)
  • Chronische bakterielle Lidrandentzündung
  • Hormonumstellung bei Frauen
  • Diabetes mellitus
  • Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis (Sjögren-Syndrom, Lupus erythe-matodes, Polyarthritis)
  • Bestimmte Medikamente (Anti-Baby-Pille, Schlafmittel, Beruhigungsmittel)

grau-fragezeichenDIAGNOSTIK UND THERAPIE

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PK559-15B

Diagnostik des trockenen Auges

  • Ursachenfindung der Benetzungsstörung
  • Untersuchung mit der Spaltlampe
  • Messung der Tränenfilmstabilität durch Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit (beim Gesunden mindestens 10 Sekunden)
  • Messung der Tränenproduktion mit einem Filterstreifen (beim Gesunden innerhalb von 5min Befeuchtung mindestens von 10mm Filterpapierstreifen)

Ablauf der Behandlung

Mit Tränenersatzmittel

Individuell wird die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der verschiedenen Tränenersatzmittel sehr unterschiedlich empfunden. Daher ist es sehr zu empfehlen, mehrere Präparate auszuprobieren. Die Wahl des richtigen Tränenersatzmittels hängt u.a. vom Schweregrad der Erkrankung ab. Bei Patienten, die nur gelegentlich Beschwerden haben sind dünnflüssige Tränenersatzmittel sinnvoll. Patienten, die ständig starke Beschwerden haben, sollten dickflüssige Präparate verwenden. Liegt eine Allergie gegen Konservierungsmittel vor, sollten Tränenersatzmittel ohne Konservierungsmittel verwendet werden. Diese Präparate sind meist in Einmal-Ophtiolen abgepackt und haben die Bezeichnung EDO.

Im Prinzip bestehen Tränenersatzmittel aus Wasser und einem Verdickungsmittel, das dafür sorgt, dass das Tränenersatzmittel auf der Augenoberfläche haften bleibt und nicht so schnell über den Tränen-Nasen-Kanal abläuft. Manchmal enthalten sie zusätzlich Konservierungsmittel und andere Stoffe, die den Salzgehalt und den pH-Wert an die Zusammensetzung der natürlichen Tränenflüssigkeit anpassen sollen.

Durch Verschluss der Tränenpünktchen

Bei nicht ausreichender Benetzung und ausgeprägten Beschwerden kann das obere und untere Tränenpünktchen mit einem kleinen Plastik- oder Silikonstöpsel auf Zeit verschlossen werden. In einigen Fällen ist sogar angezeigt, die Tränenpünktchen durch Elektrokauterisation zu verschließen.

Mit Kontaktlinsen und künstlichen Tränenersatzstoffen

Bei weichen Kontaktlinsen dürfen nur künstliche Tränen ohne Konservierungsmittel verwendet werden, da sich die Konservierungsmittel in der Kontaktlinse anreichern können und zu Schäden auf der Hornhaut führen können. Bei sehr trockenen Augen sollten keine harten Kontaktlinsen verwendet werden, da diese Kontaktlinsen eine Mindestmenge an Tränenflüssigkeit benötigen, um sich beim Lidschlag bewegen zu können. Besonders harte Kontaktlinsen dürfen nie fest auf der Hornhaut aufsitzen, da sonst die Hornhaut nicht mehr durch die Tränenflüssigkeit mit Sauerstoff und Glucose ernährt und befeuchtet werden kann. Bei harten Kontaktlinsen können Tränenersatzmittel mit und ohne Konservierungsmittel verwendet werden.

WICHTIGE HINWEISE UND VORBEUGUNG

Warum ist Tränenflüssigkeit so wichtig?

Die Tränenflüssigkeit, die kontinuierlich in der Tränendrüse produziert wird, hat mehrere Aufgaben. Sie wird durch den Lidschlag alle 5-10 sec gleichmäßig über die Augenoberfläche verteilt.

  • Feuchthalten von Hornhaut und Bindehaut
  • Sauerstoffversorgung der äußeren Hornhautschicht
  • Glätten von Unebenheiten auf der Hornhaut
  • Abwehr von Bakterien und Viren (bakterizide Wirkung)
  • Ausschwemmen von kleinen Fremdkörpern

Der Tränenfilm ist hauchdünn und in mehren Schichten aufgebaut:

  • Eiweißstoffe, Enzyme, Antikörper
  • schleimhaltige Komponente
  • wässrige Komponente
  • fetthaltige Komponente

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Die schleimhaltige Schicht liegt direkt der Augenoberfläche auf und gleicht Unebenheiten aus. Sie sorgt auch dafür, dass die anderen Komponenten des Tränenfilms besser am Auge haften können. In der Mitte liegt die wässrige Schicht. Sie macht den größten Teil der Tränenflüssigkeit aus. In ihr sind die Enzyme und Antikörper gelöst.

Die äußere Schicht ist sehr dünn und fetthaltig. Sie sorgt dafür, dass die Tränenflüssigkeit nicht über die Lidkante abläuft und dass die wässrige Schicht der Tränenflüssigkeit nicht so schnell verdunstet.

Wo wird die Tränenflüssigkeit gebildet?

Die Tränenflüssigkeit wird hauptsächlich in der Tränendrüse, die sich unterhalb der äußeren Augenbraue befindet, produziert. Daneben geben auch zahlreiche kleine Drüsen der Bindehaut und des Lidrandes Tränenflüssigkeit ab. Die Abgabe und die Menge der Tränenflüssigkeit wird geregelt durch das vegetative Nervensystem. Am oberen und unteren Lidinnenrand befinden sich das obere und untere Tränenpünktchen. Die Tränenflüssigkeit läuft über die Tränenpünktchen und durch den unteren und oberen Tränenkanal in den Tränensack und von dort in die Nasenmuschel.

Empfehlung zur Vermeidung von „trockenen Augen“

  • Mehrmals täglich lüften
  • Luftbefeuchter verwenden
  • Möglichst wenig und selten Gebläse in Kraftfahrzeugen nutzen
  • Filter von Autoklimaanlagen häufig wechseln
  • Ausreichend viel trinken (ca. 2 l / Tag)
  • Verzicht auf Zigaretten
  • Vitaminreiche Kost und ausreichend viel Schlaf